Vom Verlierer zum Nobelpreisträger

 

von Timm Krägenow

 

Der Friedens-Nobelpreis für Al Gore und den UN-Wissenschaftsrat IPPC macht das Jahr 2007 endgültig zum Jahr des Klimaschutzes. An US-Präsident George W. Bush vorbei hat Gore den Amerikanern die Probleme der Erderwärmung näher gebracht.

 

Spätestens jetzt ist auch beim letzten Investor das Signal angekommen, dass die begrenzte Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Abgase eine wesentliche Rahmenbedingung für das künftige Wirtschaften sein wird. Wer jetzt noch in Techniken einsteigt, die einen hohen Kohlendioxid-Ausstoß verursachen, läuft Gefahr, dass die Entsorgung der Treibhausgase künftig sehr teuer wird.

 

Noch ist Europa Klimaschutz-Vorreiter mit allen Vor- und Nachteilen. Es ist aber schon erkennbar, dass der Klimaschutz in den Vereinigten Staaten ganz oben auf die politische Agenda rückt. Es ist das große Verdienst Al Gores, die richtigen Mittel gefunden zu haben, der amerikanischen Öffentlichkeit die Gefahren und drohenden Kosten des Treibhauseffekts deutlich gemacht zu haben. Dafür erhält er völlig zu Recht den Nobelpreis: Er hat eine Zeitenwende in der amerikanischen Gesellschaft ausgelöst, von Ignoranz hin zu wachem Interesse.

 

Die US-Industrie stellt sich bereits darauf ein, dass künftig auch in den USA die Emissionen limitiert werden. Große US-Konzerne fordern feste Obergrenzen, weil sie verlässliche Rahmenbedingungen brauchen. Bis dahin ist es wohl nur eine Frage von Monaten oder ein zwei Jahren. Aber der Innovationsmotor in den Vereinigten Staaten ist schon angesprungen. Im Silicon Valley stellen sich Risiko-Kapitalgeber gerade darauf ein, dass künftig aus Silizium nicht nur Computer-Chips, sondern auch immer mehr Solarzellen produziert werden.

 

In nicht allzu langer Zeit wird die USA auch eine Supermacht bei der Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen sein. Al Gore hat diese Bewegung in Gang gesetzt. Und das, nachdem er schon als der große Verlierer und Unglücksrabe der amerikanischen Politik erschien. Jetzt ist er der große Gewinner. Herzlichen Glückwunsch.